Review: John Known & Figub Brazlevic- Staffel 01 Episode 01

Wer ist eigentlich dieser John Known?

Irgendwie bin ich dann doch drüber gestolpert, über den Jungen mit der grünen Jacke und dieser grauen Mütze….und…warte….ganz plötzlich mit ’ner EP….mit einem meiner Lieblingsproducer. Ich glaube, dass das anders werden könnte, so Boombap-anders. Ich recherchiere etwas.

John Known kommt aus einem Hamburger Vorort, wohnt jetzt in Berlin, so viel konnte ich rausbekommen. Er mag genrelosen, individuellen Vibe und Zigaretten (mit jeglicher Füllung). Chima Ede auf Facebook gefällt ihm auch, so wie mir…hört sich doch gar nicht so schlecht an. Als Topping gibt es ein Feature mit Samy Deluxe auf „Gute Alte Zeit“.

Überzeugt? Ja.

„Episode 01“ wird also ausgestrahlt. Die EP scheint mir mit 5 Tracks und nicht einmal 20 Minuten Spielzeit ziemlich kurz für einen Opener einer Debütstaffel. Der Anfang ist dafür umso prägnanter.

Der erste Beat startet und schon hat mich der Figub Brazlevic-Vibe, Saxophone und Boombap sorgen dafür, dass ich mich auf der Platte recht aufgehoben fühle. Es ist also wirklich anders, so wirklich Boombap-anders.

Nun geht es erst mal in typischer Figub Brazlevic-Manier weiter, der Realness halber kommen noch Scratches auf die Platte. Was mich im Augenblick noch etwas stutzig macht ist John Knowns Stimme, an manchen Ecken ist es für mich doch etwas schwer alles zu verstehen. Das erinnert mich etwas an meine ersten Hörerlebnisse von Morlockk Dilemma, nach einigen Tracks ging es damals besser – bei John Known wohl auch.

Spätestens bei „Tagträumer“ wird es besser. Ich achte das erste Mal so richtig auf den Text.

„Ich bin ein Tagträumer aus einer Seitenstraße
Mit meinen Eigenarten – also halt den Rand und lass mich machen“

Man soll ihn machen lassen, das kommt also öfter vor. Und er macht es auch. Auf den weiteren Tracks geht es weiter wie bisher, mit Freiheit, Individualität, Kiffen und…ehm…auf einmal…Xatar. Das unerwartete Sample aus „Meine große Liebe“ ließ mich echt schmunzeln – well played!

Als Features hat sich John Known Jero und Noritsu rangeholt, welche sich gut in den Sound der Platte einfügen.

Eins muss man trotzdem sagen: Wie schön Figubs Klangkunstwerke auch sind, das Thema vom freien Kiffer der sein eigenes Ding macht verliert auf Dauer seinen Reiz. Aber bis dahin ist die EP ja schon wieder vorbei, und das ist dann auch gut so.

John Known hat es auf jeden Fall geschafft, mich in eine wundervolle Boombap-Welt zu entführen. Einen ganz großen Teil machen dabei auch die fast schon Wellness-artigen Beats aus, welche dem Album einfach einen unverwechselbaren Vibe geben – und genau das wollte John immer, oder?

Kritik mit freundlicher Genehmigung von rap.de und Luis Ammon

Musik und Bild von Figub Brazlevič und John Known

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